commerce_news_400

Anforderungen und Lösungsansätze einer B2B(2C) E-Commerce Architektur

Posted by Marc Gasser | 12.10.16 21:05

Was sind die Anforderungen an eine E-Commerce-Architektur?

Generell gilt: Die Anforderungen sollten so früh wie möglich analysiert werden. Entscheidungen in Bezug auf die technische Architektur eines Unternehmens sind zentral und sollten immer auch strategisch betrachtet und weder unterschätzt, noch vollkommen outgesourct werden. Astina hat vier Kriterien identifizieren, die bei der Beurteilung der richtigen E-Commerce-Architektur helfen:

Die B2B(2C) E-Commerce Infrastruktur der Zukunft Matthias Alder, Geschäftsführer Astina AG bei Origammi

Kosteneffizienz

Kalkulieren Sie bei der Einführung einer E-Commerce-Plattform nicht nur die tatsächlichen Projektkosten mit ein, sondern denken Sie an die Auswirkungen auf das Tagesgeschäft und interne Prozesse. Entstandene Aufwände durch nicht optimierte Prozesse verursachen nicht selten erhebliche Aufwände.

Stabilität

Immer mehr Menschen sind auf den E-Commerce-Kanälen aktiv, Wechselkosten für Kunden sinken, Online-Preisvergleiche sind mittlerweile Standard. Folglich nimmt auch die Bedeutung der Stabilität einer E-Commerce-Lösung zu. Ist diese nicht gegeben, können wertvolle Kunden verloren werden.

Nachhaltigkeit

Auch wenn zukünftige Anforderungen noch unbekannt sind, muss Nachhaltigkeit gewährleistet sein, d. h. voraussichtliche zukünftige Anforderungen müssen mit der technischen Architektur in Einklang gebracht werden.

Flexibilität

Der wichtigste Punkt: die Flexibilität. Wählen Sie eine technische Lösung, die flexibel ist und es Ihnen ermöglicht, auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden einzugehen und Systeme problemlos zu integrieren. Das E-Commerce-Business entwickelt sich rasant weiter und frontendseitig entstehen auch für Ihre Kunden laufend neue Innovationen und Lösungen.

Lösungsansätze für die technische Architektur einer E-Commerce-Plattform

E-Commerce as a service (z. B. Shopify)

In Kürze: Die Lösung wird nicht selbst entwickelt und installiert, sondern der Service wird aus der Cloud bezogen. Der Vorteil: Die Lösung ist simpel und der Kunde kann sofort damit arbeiten. Auch hinsichtlich Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit bieten sich Vorteile. Anders sieht es mit der Flexibilität aus: Alle Tools und Systeme, die wir benötigen, um aus dem unbekannten Kunden einen berechenbaren Kunden zu machen, aus einem Webpage Besucher einen Lead und aus einem Lead einen loyalen Kunden, lassen sich auf solch einer Architektur und Plattform nicht umsetzen.

Der E-Commerce-Monolith (z. B. Magento und Prestashop)

In vielen Fällen starten Unternehmen bei der Umsetzung einer E-Commerce-Lösung nicht von der “grünen Wiese”. Häufig sind bereits ein ERP (Enterprise Resource Planning), ein CRM (Customer Relationship Management) oder weitere Umsysteme in Betrieb. Magento bietet eine umfassende Lösung, die sämtliche Funktionalitäten für ein E-Commerce-Vorhaben abdeckt. Kritischer Punkt: An vielen Stellen können Überschneidungen entstehen. Daten können zwar überspielt werden aber die Flexibilität bleibt dennoch eingeschränkt. Wichtiger Punkt: Aufgrund von Datenredundanzen können erhebliche Zusatzkosten entstehen. Was Nachhaltigkeit und Stabilität angeht, bekommt diese Lösung jedoch ein Plus.

E-Commerce als Integrationslösung (Middleware, z. B. PALOMA)

Der für die Anforderungen im B2B vielversprechendste Ansatz. Denn ein Fakt ist, dass die Daten in den Kernsystemen (wie z. B. einem ERP) nicht in separate Systeme gehören. Vielmehr sollte sich die E-Commerce-Plattform so nah wie möglich an den Ursprungsdaten befinden. Hierfür is dies die beste Lösung.

Eine der grössten Herausforderungen sind die verschiedenen Laufzeiten der unterschiedlichen IT- Systeme innerhalb des Unternehmens. So muss ein Online-Shop viel öfter angepasst werden, als eine ERP-Lösung. Diesem Umstand wird eine modulare E-Commerce-Lösung gerecht. Sie fokussiert sich auf offene Schnittstellen, damit diese ohne allzu grossen Aufwand in die bestehende Infrastruktur integriert werden können. So können Module für die Kommunikation mit ERP, PIM, CRM, Marketing-Automation und Kundenbindungsprogramm mit verhältnismässig geringem Aufwand integriert werden. Diese Omni-Channel-E-Commerce-Lösung ist beliebig skalierbar, extrem flexibel und nachhaltig. Dabei wird gleichzeitig eine hohe Verfügbarkeit und die Sicherheit aller verbundenen Systeme gewährleistet.

Zum Abschluss noch ein paar Tipps und Handlungsanweisungen wie Sie Ihre B2B-E-Commerce-Unternehmensstrategie erfolgreich in die Tat umzusetzen.

  • Internes Know-How auf Architektur-Ebene schaffen und langfristig sichern.
  • Mit spezialisierten Dienstleistern arbeiten.
  • Organisation und Architektur aufeinander abstimmen.
  • E-Commerce nicht in einem Fachbereich isolieren.
  • Die E-Commerce-Architektur auf die Unternehmensstrategie abstimmen.

Topics: E-Commerce Architecture, Middleware, Microservices, B2B E-Commerce

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

Kommentar hinterlassen