commerce_news_400

This Week in E-Commerce: China. E-Commerce-, Social-Media & weitere Tech-News aus dem Reich der Mitte.

Posted by Urs Hammer | 26.04.19 09:33

Ein riesiger Markt! Und Amazon verabschiedet sich davon...

Chinas Online-Einzelhandelsmarkt ist riesig und erzielt jährlich einen Umsatz von etwa 2 Billionen US-Dollar. Dies ist fast 4x so viel wie der US-Markt. Entsprechend hart ist auch der Konkurrenzkampf. Alibaba schreibt sich etwas über 50% vom gesamten E-Commerce Umsatz des Landes zu. Neben dem zweitgrösste Anbieter JD besteht kaum Platz für kleinere Player. So wird sich der US-Gigant Amazon in kürze vom Chinesischen Markt verabschieden. 15 Jahre lang versuchte sich der Konzern im Markt im Wachstumsmarkt zu behaupten, schaffte es aber nie grössere Marktanteile zu erobern. In den kommenden Wochen wird der Dienst von Amazon geschlossen und Chinesische Kunden können dann keine Angebote von Chinesischen Verkäufern über Amazon mehr erwerben.

Trends: Mini-Apps und Social Commerce

Die Zukunft vom E-Commerce Markt in China scheint den mini-Apps zu gehören. Dies bestätigt sich seit der Einführung von mini-Apps innerhalb der Applikation WeChat. WeChat ist die meistbenutzte Social Media Plattform in China und zählt über eine Milliarde Nutzer. Bei den Mini-Apps ist es nun möglich ohne WeChat zu verlassen direkt Käufe zu erledigen. Online-Shopping ist denn auch ein Schwerpunkt bei den Miniprogrammen: Von den 2,3 Millionen Mini-Apps auf dem Markt fokussieren ungefähr 18% auf E-Commerce-Lösungen; Tendenz steigend. Die Verschmelzung von Social Media und Commerce ist eine Tendenz, welcher es auch in Europa genügend Beachtung zu schenken gilt. In China selbst gilt Social Media bereits als einen derart wichtigen Stellenwert, dass die Nationalbibliothek mit der offiziellen Archivierung davon begonnen hat.

Chinesische Anbieter auf Expansionskurs

Das ausserhalb von China erfolgreichste Chinesische Unternehmen (Bytedance) setzt denn auch komplett auf Social Media, kombiniert mit komplexem Data-Mining. Die Applikation heisst TikTok und wurde bisher mehr als eine Milliarde Mal installiert. Gemäss eigenen Angaben will das Unternehmen im einen Jahresumsatz von 29 Milliarden Dollar erreichen. Aber auch weitere vielversprechende Chinesische Plattformen wagen den Schritt in den Westen: Die chinesische Social E-Commerce-Plattform Yunji hat am Donnerstag einen Börsengang in Höhe von 200 Millionen US-Dollar beantragt.

 

Topics: E-Commerce, Mobile Commerce, Social Commerce, Marketing, Online Marketing, China, Social Media

Author Urs Hammer

M.Sc. in International Management, hat in Luzern, Paris und Shanghai studiert. Er ist ein erfahrener Projekt-Manager und ein Experte für die globale E-Commerce Landschaft. Bevor er in die Web-Industrie wechselte, sammelte er fast ein Jahrzehnt Erfahrung im Customer Service.

Kommentar hinterlassen