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Der Bauplan für die digitale Transformation

Posted by Marc Gasser | 13.09.18 06:18

Sie kennen es, die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen hält Einzug und die damit verbundene Frage: wo soll ich bloss beginnen? Themen wie Stabilität, Konsolidierung, Optimierung und Kostenreduzierung gehören längst der Vergangenheit an. Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit sind die heutigen Vorreiter einer modernen IT. Im Vordergrund steht die Optimierung und Digitalisierung aller Geschäftsprozesse denn nur so können sie den heutigen Ansprüchen hinsichtlich Agilität und Innovation gerecht werden. Gefragt sind neue flexible Infrastrukturen und Applikationen, die schnell eingesetzt werden können.

Wer in diesem Dschungel an Informationen und Möglichkeiten einen Bauplan haben will, muss sich Schritt für Schritt mit den Aufgaben und dem Aufbau der digitalen Transformation auseinandersetzen. Hierbei wird oft die wichtige Rolle einer sogenannten Middleware vergessen – sie ist ein entscheidender Brückenpfeiler für das Kombinieren von neuen und alten Technologien.

Die technische Umsetzung dank der Web-API für die Unternehmensdaten

Gerade hierbei stossen konventionelle veraltete IT-Lösungen an ihre Grenzen. Es gibt jedoch einen Bauplan, um Schritt für Schritt die technische Infrastruktur zu erneuern: der Einsatz einer Middleware. Middleware? Genau. Eine Middleware ist nichts anderes als eine Web-API für alle relevanten Unternehmensdaten, die als „Dienstleister“ agiert. Die Softwarekomponente A kann dank einer Middleware mit der Softwarekomponente B kommunizieren, ohne dass dabei Daten mühselig manuell kopiert werden müssen – hinzu kommen Microservices als kleine Dienste ins Spiel (Erklärung weiter unten im Text). Die Informationen der Middleware-Softwarekomponente werden über ein Netzwerk weitergereicht. So lassen sich sämtliche Integrationen verschiedener Anwendungen wie PIM, CRM, ERP, CMS vereinen und alte sowie neue Applikationen kommen auf den gleichen Nenner. Dies spart Zeit und Nerven, darüber hinaus ist es eine günstige Variante.

Microservices auf einer Container-Plattform

Ein weiterer zentraler Schritt der digitalen Transformation ist die Wahl eines geeigneten Containers. Was ist das? In der Logistik operieren sogenannte Transportcontainer. Sie ermöglichen das Ausliefern von Waren jeglicher Art in einer standardisierten “Verpackung”. Ähnlich gestalten sich Container in der IT. Sie verpacken eine Anwendung und alle zu ihrer Ausführung erforderlichen Daten in ein handliches Paket - so wird das Unternehmen konsequent auf Modularität ausgerichtet. Eine E-Commerce Middleware sorgt dabei für den Zusammenhalt der verschiedenen Modulen. Eine durchgängige, hochflexible Systemlandschaft. Darauf operieren Microservices, die als Zulieferer der Middleware dienen.

Microservices kann man sich als fleissige Heinzelmännchen vorstellen, die kleine Dienste erweisen. Sie vereinen komplexe Anwendungssoftware aus verschiedenen Prozessen, die auf sprachunabhängigen Programmierschnittstellen zusammen kommunizieren und durch die Middleware laufen. Diese Dienste sind voneinander losgekoppelt und ermöglichen dadurch einen modularen Aufbau. Jeder dieser Dienste hat eine in sich abgeschlossene fachliche Funktionalität. Daraus resultiert dann ein sogenanntes Messaging-Framework für die Kommunikation verschiedener Anwendungen.

Die API-Economy hält Einzug

Als API (Application Programming Interface) bezeichnet man in erster Linie eine Softwareschnittstelle, die einer anderen Software die Nutzung einer bestimmten Funktionalität (Microservice) ermöglicht. Werden mehrere Softwaresysteme mit Hilfe von API zusammengeschlossen, entsteht daraus ein API-Ökosystem (Economy). Um die Funktionalität dieses Systems zu gewährleisten, braucht es einerseits eine gemeinsame Beschreibungssprache der Schnittstellen, sowie eine Koordination dieses Systems. Dies geschieht anhand der Architekturmuster der Middleware.

Der Vorteil einer API Software Integration ist die Schnelligkeit - das Rad wird nicht neu erfunden. Früher wurden zuerst Applikationen entwickelt und dann erst die API eingebunden. Das entspricht nicht mehr der modernen IT, weil genau Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit im Vordergrund stehen.

Vorgehensweise: einen Plan haben

Das Verbinden dieser Komponenten entspricht dem Bauplan der digitalen Transformation. So kann beispielsweise der Ersatz des CRMs langfristig geplant werden und um die Abhängigkeiten zu anderen Systemen kümmert sich die Middleware. Dieser Bauplan braucht allem voran aber eine Bestandesaufnahme und eine Anforderungsanalyse (Requirements Engineering) für das Unternehmen. Steht das Business Modell einmal, kann der Prototyp erstellt werden, ohne alle Echtzeit-Daten bereits zu verwenden. Der Prototyp kann rasch mit Testdaten betrieben werden und erlaubt so die gleichzeitige Arbeit an mehreren Baustellen. Dank dem Schritt-für-Schritt-Bauplan wird auch Ihr E-Commerce-Unternehmen den hohen Anforderungen einer digitalen Transformation gerecht.

Topics: Microservices, E-Commerce Architektur, E-Commerce, API, SEO, Cloud, Customer Journey

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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