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Die Geheimnisse erfolgreicher E-Commerce-Projekte: Was müssen Führungskräfte über die Anforderungen an eine E-Commerce-Plattform wissen?

Posted by Marc Gasser | 12.10.17 13:49

Von der Digitalisierung überfordert

Drei Viertel aller CIOs haben den gleichen Auftrag: die Digitalisierung auszubauen. Gemäss einer aktuellen IT-Trendsstudie haben jedoch insgesamt fast 73 % der CIOs Schwierigkeiten dabei. Im vergangenen Jahr waren es mit rund 60 % noch deutlich weniger. Das Hauptproblem stellt dabei der Mangel an entsprechend qualifizierten Mitarbeitern dar, dicht gefolgt von unflexiblen Geschäftsprozessen. Organisatorische Hürden behindern die Digitalisierung. Dazu zählen starre Organisationsstrukturen, mangelnde übergreifende Planung und unklare Verantwortlichkeiten. Die IT-Trends-Studie zeigt auch, dass CIOs, die konsequenter vorgehen, beispielsweise bei der Vernetzung und Analyse ihrer Daten, weiter sind als andere.

Speziell bei der Umsetzung von E-Commerce-Projekten, stelle ich immer wieder fest: Führungskräfte haben grossen Respekt vor der Komplexität von E-Commerce-Projekten. Wenn Unternehmen den Kunden über den gesamten Kundenlebenszyklus begleiten möchten, betrifft dies nahezu alle IT-Systeme. Die Hälfte der Unternehmen, die aktuell noch nicht aktiv ihre Produkte und Dienstleistungen über das Internet verkaufen, geben als Grund die hohe Komplexität und das fehlende Know-How für die Umsetzung von Shop-Projekten an. Vor allem kleinere Produzenten und Händler mit rund 200 Mitarbeitern sind mit Know-How, Technologie-Investitionen und Talent Recruiting überfordert.

Verständlich, bei der sich schnell ändernden Marktentwicklung. Sich wandelnde Kundenanforderungen, der Aufstieg des mobilen Internets und immer kürzere Innovationszyklen stellen Händler vor die Herausforderung, eine organisatorische und technische Struktur zu schaffen, die nicht nur schnell, sondern auch flexibel ist. Monolithische E-Commerce-Anwendungen, wie sie noch immer hinter den Websites der grössten Händler weltweit stehen, bilden hohe Hürden auf dem Weg zur Innovation. Für im Handel aktive Unternehmen ist keine einfache, adäquate E-Commerce-Lösung ohne beträchtliche Investition verfügbar. Speziell im B2B sind hohe Investitionen nötig, da sowohl die individuelle Preisgestaltung als auch die individuellen Bestellprozesse anders strukturiert sind als im B2C-Geschäft.

Erfolgschance E-Commerce

2016 setzte der Schweizer Detailhandel im Inland CHF 94.6 Mrd um – CHF 2.56 Mrd weniger als im Jahr 2013. Der Online-Anteil betrug 6.1 % und auch wenn diese Zahl gering erscheint, entspricht sie einem Wachstum von nahezu 53 % seit 2013. Das Potential im E-Commerce ist riesig und die Prognosen sind positiv: Bis 2022 wird sich der Online-Anteil gegenüber dem konventionellen Handel auf 11 % verdoppeln – das entspricht einer Marktleistung von ca. CHF 10.2 Mrd im Inland. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz damit jedoch eher im hinteren Feld: Detailhändler in Grossbritannien verkaufen mit 14.5 % mehr als doppelt so viel via E-Commerce.
Schätzungen des E-Commerce-Verbandes zufolge, wird der B2B-E-Commerce (Business to Business) noch schneller wachsen. Allein in Deutschland wartet dort ein Umsatzpotenzial von mehr als acht Milliarden Euro. Der B2B-E-Commerce gewinnt stark an Bedeutung und rückt immer stärker in den Fokus der Dienstleister oder auch der Plattformanbieter.

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Der digitale Schweizer Handel gewinnt in den nächsten Jahren richtig an Fahrt und wird für viele Veränderungen sorgen. Die Marktdynamik nimmt zu – Wettbewerbsintensität, Markteintritte, Konsolidierungen, Ladenschliessungen und neue globale Spieler mischen mit. Everywhere Commerce wird zum Standard. Kunden erwarten konsistente und nahtlose E-Commerce-Erlebnisse über alle Online- und Offline Kanäle hinweg. Der mobile Sektor wird dominieren.

Die Ergebnisse unzähliger Analysen und Interviews lassen nur einen Schluss zu - es kommt Bewegung und Veränderung in den E-Commerce-Markt. Wer wird hier mitmischen und den grössten Teil des Potentials abschöpfen möchte, muss dabei ein paar wichtige Grundsätze verstehen - nur so können die richtigen strategischen Weichen gestellt werden. Alle aktuellen Trends in den Bereichen Business & Technologie laufen am Ende auf ein grosses Ziel hinaus:

  1. Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass die Themen Differenzierung und User Engagement zur Hauptaufgabe werden.
  2. Eine personalisierte Benutzererfahrung mit einer flexiblen und dynamischen (Software-)Infrastruktur. Schnelligkeit und Flexibilität sind heute die grössten Vorteile im Wettbewerb.

Erfolgreiche E-Commerce Unternehmen können effizient und flexibel auf die Marktanforderungen reagieren. Individuelle Erfahrungen und die Differenzierung der Kunden stehen im Zentrum.

In den letzten Wochen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, bei verschiedensten Konferenzen, Digitalisierungs-Experten zu den grundlegenden Anforderungen an erfolgreiche E-Commerce-Projekte zu befragen. Beim Digitalfestival und HackZurich als Jury, bei einem B2B E-Commerce-Event in Stuttgart, bei der eZ Content Management Konferenz in London und vorallem bei der Inbound 2017 von Hubspot in Boston habe ich E-Commerce-Experten aus dem schweizerischen und internationalen Markt getroffen. Abgerundet durch die Erfahrungswerte aus den letzten zehn Jahren in E-Commerce Projekten. Die Ergebnisse, dass Unternehmen schnell und flexibel reagieren und die individuelle Erfahrung der Kunden ins Zentrum stellen müssen, fasse ich nachfolgend zusammen:

Die vier Bereiche von erfolgreichen E-Commerce Projekten:

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Topics: E-Commerce Architecture, Prototype

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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