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"geheimes" Google Playbook zeigt, wie man E-Commerce-Umsätze steigert

Posted by Marc Gasser | 27.04.19 14:41

Google hat kürzlich ein 108-seitiges E-Book veröffentlicht, das mit bewährten Ratschlägen zur E-Commerce Umsatzsteigerung gefüllt ist. Die Erkenntnisse basieren auf wissenschaftlichen A/B-Tests und beinhalten Zitate zu einer Vielzahl von Forschungsarbeiten und Artikeln. Eine wertvolle Informationsressource für E-Commerce Betreiber.

Das UX Playbook für den Einzelhandel ist von Google indexiert und online frei verfügbar. Es ist jedoch unklar, wie das Dokument verlinkt wurde. So ist es womöglich intern oder "geheim" klassifiziert worden.

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UX Playbook für den Einzelhandel

Ein Playbook ist ein Buch, das alle Pläne und Strategien enthält, die von einer Geschäftsorganisation verwendet werden sollen. Was Google veröffentlicht hat, ist in der Tat ein Playbook. Es ist gefüllt mit Erkenntnissen darüber, wie man Conversions und Sales verbessern kann.

Das Buch behandelt sechs Bereiche, in denen Verbesserungen möglich sind:

  • Home / Landing Page
  • Menü & Navigation
  • Suche
  • Kategorieseite / Produktseite
  • Konvertierung
  • Formular-Optimierung

So bietet Googles Retail-Playbook beispielsweise acht Erkenntnisse für die Erstellung einer leistungsstarken Website oder Landing Page:

  • Klarer CTA über dem Falz (Viewport im Browser)
  • Beschreibende CTAs
  • Klares, nutzenorientiertes Leistungsversprechen über dem Falz
  • Keine ganzseitigen Interstitials (Unterbrecherwerbung).
  • Automatische Karussells entfernen
  • Top-Kategorien auf der Startseite anzeigen
  • Verwenden von lesbaren Schriftgrössen
  • Social Proof verwenden

Einige der oben genannten Punkte klingen nach gesundem Menschenverstand. Aber wenn Sie die Abschnitte lesen, werden Sie sehen, dass das Buch Links zu Artikeln und Recherchen enthält, die weitere Einblicke geben, warum etwas funktioniert. Die 108 Seiten verweisen auf mehrere Links zum weiterlesen. Eine geballte Ladung an Tipps zur Steigerung des Umsatzes in einem Online-Shop.

Keine Karussells verwenden

Google rät von automatischen Karussells ab. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die negativen Auswirkungen eines Karussells auf der Homepage / Landing Page bei weitem den wahrgenommenen Vorteilen überwiegen. Einer der Artikel, auf die das Buch verweist (keine automatischen Bildregler oder Karussells verwenden), sagt aus:

Jakob Nielsen (der Usability-Guru) bestätigt in Tests. Sie führten eine Usability-Studie durch, bei der sie den Anwendern folgende Aufgabe stellten: "Hat Siemens spezielle Angebote zu Waschmaschinen?". Die Informationen waren auf der prominentesten Folie. Die Nutzer konnten es nicht sehen - völlig getroffen von der Bannerblindheit. Nielsen kommt zu dem Schluss, dass die Schieberegler ignoriert werden.

Die Universität Notre Dame hat es auch getestet. Nur die erste Folie zeigte Reaktionen (von nur 1%), andere Folien wurden kaum angeklickt. 1% der Klicks für etwas, das (mehr als) die halbe Seite einnimmt?"

Verwenden einer ausgeprägten Suchleiste

Das Google Playbook zeigt, wie man E-Commerce-Verkäufe verbessern kann. Das Playbook ermutigt E-Commerce-Websites, eine markante Suchleiste zu verwenden:

"...Benutzer, die suchen, sind 200% wahrscheinlicher, dass sie im Durchschnitt konvertieren...."

Google verlinkt auf eine Think with Google-Fallstudie, um zu zeigen, wie die Suchleiste zu verbesserten Konversionsraten führt.

Einige der Tipps sind leicht zu übersehen. Google empfiehlt beispielsweise, dass eine E-Commerce-Suchfunktion niemals Nullergebnisse liefern sollte.

Ein weiteres Beispiel zeigte ein Einzelhändler, der die Null-Suchergebnisseite nutzte, um ein Banner zu zeigen, das einen Verkauf bewirbt.

In den Beispielen zeigt das Playbook, eine E-Commerce-Website mit beliebten Kategorien, durch die ein Benutzer klicken kann, um zu finden, wonach er sucht. Durch die Anzeige der beliebtesten Kategorien erhöht der Einzelhändler die Chancen, den meisten Besuchern der Website die richtige Kategorie zu zeigen.

Nützliche Tipps

Einige der Tipps sind etwas "fies", aber verständlich. Zeigen Sie beispielsweise einem Benutzer niemals ein Menü, wenn er sich in der Kasse oder dem Checkout-Prozess befindet. Google empfiehlt, dass Benutzer zur Startseite, zum Warenkorb oder zu einem Supportkontakt zurückkehren können. Google betont, dass das Standardmenü nicht angezeigt wird.

Das Google Retail UX Playbook ist hier online frei verfügbar.

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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