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Hike&Fly-Video: Digitalisierung von Tech-Startups und Unternehmen

Posted by Marc Gasser | 05.11.19 05:00

Hike&Fly-Interview mit Pascal Mathis: was Technologie-Startups und Unternehmen voneinander lernen können.

Es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass Startups aufgrund ihrer Unreife insgesamt scheitern. Unternehmen die schon lange am Markt sind und erfahrene Startup-Unternehmer, können einander jedoch helfen. Pascal erklärt in diesem Video wie er das mit seiner Unternehmung Wingman macht.

Bei dem unabhängigen Venture Fund Wingman geht es darum, Schweizer Start-ups mit Know-how und finanzieller Unterstützung zu helfen, damit diese internationale Marktführer werden. Vor ein paar Tagen hat Wingman bekanntgegeben, dass der Fonds 60 Mio. USD ausschliesslich in Schweizer Technologie-Startups investiert. Wingman Ventures wird zudem von den anerkanntesten Schweizer Technologie-Gründer unterstützt. So sind die Gründer von Digitec/Galaxus, Bexio, Duolingo, U-Blox, Xovis, Netcentric, VIU, Doodle, GetYourGuide und Contovista mit an Board.

Nach dem Studium an der ETH Zürich gründete Pascal Mathis GetYourGuide. Ein Unternehmen das heute zum privilegierten Club der Startup-Einhörner gehört und mehr als CHF 1 Milliarde Wert hat. Nach einer Zwischenstation bei Google und diversen Startups gründete Pascal die Wingman AG. Wingman ist ein Venture Fund über CHF 60 Millionen. Mit diesem Kapital suchen sie die besten Schweizer Gründerteams, die ein Startup aufbauen wollen.

Videointerview mit Pascal Mathis, Wingman

Die Digitalisierung bietet viele neue Möglichkeiten für lukrative und auch aussergewöhnliche Geschäftsideen.  So liebäugeln auch viele Unternehmen mit Startups, einerseits als Investitionsoption zur Wertsteigerung, doch vor allem im Kontext der Digitalisierung. Die jungen Unternehmen haben das notwendige Know-How und Zugang zu neuen Technologien, um in der digitalen Welt die richtigen Geschäftsmodelle zur Erweiterung der gestandenen Geschäftsfelder zu entwickeln. So gefallen den prozessorientierten Unternehmen vor allem die Innovationsfähigkeit und Geschwindigkeit, welche die kleinen Startups an den Tag legen.

Die Startup-Methoden: Lean Startup, Design Thinking sowie Scrum, Business Model Canvas (BMC) und Minimum Viable Product (MVP

In der Schweiz sehen wir bei Innovativen Ideen oftmals die Gefahren und Risiken. Man analysiert die Ideen so lange, bis sie tot ist. Startups hingegen bringen eine hohe Offenheit und einen starken Optimismus gegenüber  Innovationen mit. Diese „Nichts ist unmöglich“-Haltung, würde etablierten Unternehmen und Konzernen gut tun.

Anstatt lange herum zu analysieren und zu diskutieren wird sofort gestartet und einfach ausprobiert. Ansätze und Methoden wie jene von Design Thinking oder Lean Startup kommen zum Einsatz. Dabei werden relativ schnell greifbare, nicht perfekte Prototypen entwickelt, um die Annahmen und Unsicherheiten zu prüfen und so schnell wie möglich aufgrund von Trial & Error zu lernen. Auf Basis dieser Lernerkenntnissen wird in Iterationen am neuen Produkt geschliffen und schrittweise weiterentwickelt.

Im Vergleich zu traditionellen Unternehmen bringen viele Startups kein fertiges Produkt auf den Markt, sondern zunächst einen Prototypen. Dieser wird durch ständiges Testen – und zwar direkt beim Nutzer – stetig hinterfragt, adaptiert und im Sinne des Kunden verbessert. Auf diese Weise wird ein Produkt entwickelt und auf den Markt gebracht, welches den Bedürfnissen der Kunden genau entspricht und erfolgreicher ist.

Startups probieren so neue Dinge systematisch aus. “build – measure – learn - repeat” Das ist der Grundsatz einer der bewährtesten Methoden: Lean Startup. Dabei testen Startups zunächst intensiv, z. B. durch Befragung mit potenziellen Kunden, was funktioniert und was nicht, und ziehen daraus Schlussfolgerungen zur Verbesserung. Auf der anderen Seite werden Ideen jedoch auch schnell fallen gelassen, wenn sie sich als Fehleinschätzung erweisen, und etwas Neues geschaffen, ohne dass monate- oder jahrelang am Kunden vorbeientwickelt wird.

Design Thinking sowie Scrum, Business Model Canvas (BMC) und Minimum Viable Product (MVP) sind weitere agile Methoden und Werkzeuge, die mittlerweile auch in vielen Grosskonzernen auf dem Vormarsch sind. Sie alle haben eine iterative Vorgehensweise im Team und lösungsorientierte Denkweisen, die sich auf den Nutzer fokussieren, gemeinsam.

Die Erfahrungswerte von bewährten Unternehmen

Traditionelle Unternehmen sind oft besser in der Umsetzung bewährter Geschäftsmodelle, denn sie haben viele Jahre Erfahrung und kennen den Markt. Einen deutlichen Vorsprung haben sie zudem im Verkauf und Marketing. An dieser Stelle können Startups von den etablierten Firmen lernen und profitieren, beispielsweise durch aktiven Austausch und Kooperationen.

Diese Gründe diskutiert Pascal Mathis im Video-Interview bei einem gemütlichen Hike&Fly. Deshalb heisst sein Unternehmen nämlich auch Wingman: ein Programm, das gezielt Startups und etablierte Unternehmen zusammenbringt.

Topics: Insider, News, Prototype, Interview

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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