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Instagram als E-Commerce-Plattform?

Posted by Marc Gasser | 30.01.19 15:40

Neben den grossen E-Commerce Plattformen wie Amazon, Shopify, eBay und Alibaba haben sich Social Media Plattformen zu einem der effektivsten Vehikel für Marken entwickelt, um den Umsatz im E-Commerce zu steigern.

Der Aufstieg des Influencer-Marketings wurde nicht nur durch das Vertrauen der Verbraucher in ihre beliebtesten sozialen Superstars ausgelöst. Ergebnisse, die angeblich den 11-fachen Return-On-Investment der traditionellen Werbung aufweisen klingen interessant.

Die vielleicht effektivste soziale Plattform für Influencer-Marketing ist Instagram. Und das Top-Postformat auf der Top-Plattform?

Instagram Stories

Instagram wurde im vergangenen Jahr ganz schön weiter entwickelt. Von den Änderungen, am Empfehlungs-Algorithmus, über die Erweiterung von Stories bis hin zur Veröffentlichung von "Shoppable Posts", ist es offensichtlich, dass das Ziel des Unternehmens darin besteht, die interaktivste und ansprechendste soziale Plattform im Web zu werden.

Um dies in Relation zu setzen, wird Instagram derzeit mehr als doppelt so stark genutzt wie die zweitgrösste soziale Plattform, Facebook. Sowohl bei Facebook als auch bei Twitter habe das Marketing-Kampagnenvolumen im letzten Jahr um 20 Prozent bzw. 10 Prozent abgenommen. 

Noch vor kurzer Zeit hätten Marketingspezialisten das Prädikat "Brand Builder" über soziale Medien verliehen - das heisst, als ein grossartiges Werkzeug zum Aufbau eines Publikums, aber es fehlen die notwendigen Funktionen, um Leads zu generieren oder relevanten Web-Traffic zu generieren oder geschweige den eine Transaktion auszulösen.

Instagram entwickelt sich langsam von einer Plattform, auf der Benutzer inspiriert werden und neue Produkte entdecken können, zu einem fast vollständigen Marktplatz, auf welchem ein immer grösserer Teil des Bestellprozesses und der Kundenbetreuung abgewickelt werden kann. Während Facebook immer mehr Einkaufsfunktionen in die visuelle Plattform integriert, generieren findige Unternehmer bereits Umsätze mit Instagram oder wickeln diese sogar dort ab. 

90 Millionen Nutzer interagieren auf "Shoppable Posts"

Vermutlich gibt es keine bessere digitale Plattform, welche die junge Zielgruppe dazu verleiten kann einzukaufen. Laut Facebook verbrachten im Juli 2017 unter 25-Jährige Instagram-Nutzer durchschnittlich 32 Minuten pro Tag in der App - seitdem ist diese Zahl wahrscheinlich massiv gestiegen. Und nachdem das Unternehmen nach Angaben von Instagram die "Shoppable Posts" eingeführt hat, tippen 90 Millionen Nutzer jeden Monat auf solche Beiträge, um den Preis der beworbenen Artikel zu erfahren. Ein weiterer Tipp einer Shoppable Post ermöglicht es Instagram-Anwendern, direkt auf die Produktseite des entsprechenden Online-Shops zu gelangen, ohne wie bisher im Shop nach dem Produkt suchen zu müssen.

 

Das Hinzufügen von Shopping-Tags ist ein spannendes Konzept, wofür sich Unternehmen qualifizieren müssen und die Instagram-Händlervereinbarung und die Handelsrichtlinien akzeptieren.

Der Erfolg von Instagram im E-Commerce wächst mit Stories

Das Unternehmen hat nicht nur den Meilenstein von 1 Milliarde aktiven Nutzern pro Monat überschritten, sondern auch einen kontinuierlichen Anstieg der Akzeptanz von Instagram Stories verzeichnet. Obwohl die Stories-Funktionalität auffallend ähnlich ist wie die Funktion, die Snapchat zum Superstar gemacht hat, hat Instagram Stories jetzt doppelt so viele tägliche Benutzer wie der Snapchat-Service.

Produkte verkaufen

Stories waren das erste native Postformat in Instagram, mit dem Links direkt eingebettet werden konnten. Sie geben Marken auch die Möglichkeit, Produkte direkt innerhalb der Anwendung zu verkaufen, was einer der Hauptgründe dafür ist, dass es mehr als 2 Millionen aktive monatliche Werbekunden auf Instagram gibt. Instagram hat sich zu einer der ersten Plattformen für Marken entwickelt, um ihre Kreativität unter Beweis zu stellen, was dazu geführt hat, dass 80 Prozent der Nutzer mindestens eine Marke verfolgen. Es wird sogar erwartet, dass Instagram bis 2020 ca. 70 Prozent des neuen Umsatzes von Facebook ausmacht. 

Instagram ist also offensichtlich gut positioniert, um seinen Weg im E-Commerce fortzusetzen, aber wie kann die Plattform sicherstellen, dass sie die Verbraucher nicht durch zuviel Werbung ermüden? Die Plattform ist bereits dabei, eine eigenständige App für den Einkauf mit dem Namen IG Shopping zu entwickeln, die es den Nutzern ermöglicht, Produktkollektionen von Händlern, denen sie folgen, zu durchsuchen und direkt über die App zu kaufen. Den E-Commerce Bereich quasi isolieren.

Da das Unternehmen richtig Gas gibt in Sachen E-Commerce, könnte sich der Aufbau einer eigenen Shopping-Plattform für Marken als äusserst wertvoll erweisen. Wenn die Käufer schliesslich zu IG Shopping wechseln, werden die Instagramers sicherlich eine Rolle bei der Kundengewinnung spielen. Das Einzige, was der sozialen Plattform bleibt, ist herauszufinden, wie man einen Teil der Kaufkraft von E-Commerce-Plattformen wie Amazon und Shopify (mit denen Facebook bereits experimentiert hat) wegnehmen kann.

Topics: Social Commerce, Mobile Commerce, E-Commerce, Content Marketing

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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