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Zahlen und Fakten zu Mobile Commerce 2019 (Schweiz, Europa und Welt)

Posted by Marc Gasser | 07.05.19 08:28

Bis 2021 sollen hierzulande gut die Hälfte des E-Commerce-Umsatzes auf den mobilen E-Commerce-Umsatz entfallen. Eine Sammlung von Quellen, Zahlen und Fakten für den weltweiten, europäischen und schweizerischen M-Commerce Handel. Die Zahlenrecherche für unseren Vortrag am Mobile Business Day 2019 organisiert durch SMAMA.

Vortrag am Mobile Business Day 2019

Inzwischen sind die meisten Online Shops bereits auf mobilen Geräten zugänglich, aber das bedeutet nicht automatisch, dass die Unternehmen dahinter für den mobilen Handel bereit ist. Bis 2021 sollen gut die Hälfte des gesamten E-Commerce-Umsatzes auf den mobilen E-Commerce-Umsatz entfallen. Nur die wenigsten Konsumenten finden jedoch das Einkaufen via Smartphone bequem. Was sind die Auswirkungen von 5G, geografischer Lage, Bildschirmauflösung und wirtschaftliche Infrastruktur auf Mobile-Commerce? Warum werden vermehrt interaktive, vertikalen Videos entstehen?

Globaler E-Commerce Umsatz

Der E-Commerce wird bis 2021 17,5% aller Einzelhandelsumsätze ausmachen

Der Anteil der E-Commerce-Umsätze am gesamten Einzelhandelsumsatz ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2015 machten die weltweiten E-Commerce-Umsätze 7,4 % aller Einzelhandelsumsätze aus, während wir im folgenden Jahr einen Anstieg auf 8,6 % verzeichnen konnten. Im Jahr 2017 erreichte der E-Commerce-Umsatz 10 % des Einzelhandelsumsatzes, um dann 2018 auf 11,8 % weiter zu steigen.

In diesem Jahr sollen die E-Commerce-Umsätze 13,7 % der Einzelhandelsumsätze ausmachen und bis 2021 17,5 %. Der E-Commerce wächst extrem stark, dabei sind noch nicht einmal die noch viel stärker wachsenden B2B-E-Commerce Umsätze eingerechnet

(Statista)

Globaler Mobile Commerce (M-Commerce) Umsatz

Laut eMarketer lag der Anteil von Mobile Commerce am gesamten E-Commerce-Umsatz 2016 bei 52,4 %. In diesem Jahr soll der weltweite M-Commerce Umsatz mit 2,32 Milliarden CHF ein neues Hoch erreichen und 67,2% des gesamten E-Commerce-Umsatzes ausmachen

  • Es gibt 5,1 Milliarden mobile Nutzer
  • 49% des Website-Verkehrs kommt von mobilen Geräten
  • 49% der Verbraucher nutzen Mobiltelefone zum Einkaufen
  • Eine höhere Bildschirmauflösung führt zu einem um $1,18 höheren Bestellbetrages
  • 2019 werden 34% des gesamten US-E-Commerce-Umsatzes über Mobiles ausgeführt

(Statista, eMarketer)

Nach Prognosen von CBRE, schaut es etwas ander aus - so sollen die weltweiten Mobile-Commerce-Umsätze bis 2021 53,9% aller E-Commerce-Umsätze ausmachen. Die Quelle erwartet auch, dass Smartphones den Hauptanteil am gesamten Wachstum des M-Commerce haben werden. Wie CBRE erklärte, machten die Smartphone-Umsätze 2017 66% aller M-Commerce-Umsätze aus (im Vergleich zu Tablets und Co.), und diese Zahl sollte bis 2021 auf 82% steigen.

Diese Zahlen sind von Quelle zu Quelle unterschiedlich. Wir haben bereits die M-Commerce-Prognose von eMarketer abgedeckt, die bis 2021 einen Anteil von 72,9% am gesamten E-Commerce-Einzelhandelsumsatz erreichen sollte. (CBRE)

Die grosse Länder-Übersicht: Einzelhandel, M-Commerce, E-Commerce und Wachstumsrate

Diese Statistik zeigt den Detailhandelsumsatz, der Online-Anteil am Detailhandel, der Anteil Mobile am Online-Handel und die jährlichen Wachstumsraten der Einzelhandelsumsätze im E-Commerce von 2019 bis 2023

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GfK, Criteo, E-Commerce Foundation 2018, EHI Retail Institute, BEVH, Handelsverband Deutschland HDE, Wirtschaftskammer Österreich, Retail Economics UK, Fevad France, Milan Polytechnic,

Zu den Märkten mit erheblichen M-Commerce-Umsatzzahlen gehören China, Japan, Südkorea, Grossbritannien und die USA

Vor allem Konsumenten in Asien, die mobile Zahlungslösungen nutzen und gleichzeitig einkaufen, geben das Tempo für den mobilen Handel vor. Dank der führenden Player wie Alipay und WeChat. Allein China erwirtschaftete 2017 67,1 % des weltweiten M-Commerce-Umsatzes. Während der Anteil der mobilen Verkäufe am Online-Shopping mehr als 75 % ausmacht, wird der mobile Umsatz 2021 voraussichtlich auf 2,595 Billionen Dollar steigen, gegenüber 909,93 Milliarden Dollar im Jahr 2017 wachsen. (eMarketer)

Im vergangenen Jahr veröffentlichte BrizFeel einen Artikel über das Einkaufsverhalten und die Kaufgewohnheiten der Verbraucher im Internet. Neben der genauen Beobachtung des aktuellen Zustands der E-Commerce-Welt lieferte uns die Quelle auch Einblicke in bevorzugte Einkaufsplattformen. Laut BrizFeel nutzen 49 % der Verbraucher Mobiltelefone zum Online-Shopping, während ein etwas geringerer Prozentsatz über Desktops einkauft. Tablet-Nutzer sind beim Online-Shopping nicht allzu aktiv, da laut Quelle nur 8 % der Verbraucher Tablets für den Online-Shopping verwendet werden.

(BrizFeel, 30,000 Konsumenten zwischen 18 und 65)

M-Commerce Indien

Der Retail-M-Commerce-Umsatz in Indien wird bis 2020 80% aller E-Commerce-Umsätze im Einzelhandel erreichen. 2018 verzeichnete einen Anstieg der Mobile-Commerce-Umsätze um 3,5 Punkte, wobei alle E-Commerce-Umsätze in Indien von 71,8 % auf 75,3 % stiegen. eMarketer prognostiziert, dass die Mobile-Commerce-Umsätze im nächsten Jahr bei knapp 80 % der E-Commerce-Umsätze in Indien liegen werden.

(eMarketer)

M-Commerce USA

8 von 10 US-Amerikaner sind Online-Shopper. 5 von 10 nutzen bereits ein mobiles Gerät zum Einkaufen. Eine Studie des Pew Research Center zeigt, dass 79 % der erwachsenen US-Bürger einen Online-Kauf getätigt haben. Interessant ist jedoch, dass 51 % der Amerikaner ein mobiles Gerät für Online-Shopping genutzt haben. Laut Mobile Marketer werden die M-Commerce-Umsätze in diesem Jahr voraussichtlich die E-Commerce-Umsätze übertreffen.

(Pew Research Center, Mobile Marketer)

Smartphones werden 2019 34% des gesamten US-E-Commerce-Umsatzes ausmachen

Im April 2019 veröffentlichte eMarketer einen Artikel über den Einzelhandelsverkauf von Smartphones im M-Commerce in den USA. Die Quelle prognostiziert, dass der Umsatz mit Smartphones in diesem Jahr auf 203,94 Milliarden US-Dollar steigen wird und mehr als ein Drittel aller Einzelhandelsumsätze in den USA (34 %) ausmacht.

eMarketer wies auch darauf hin, dass Desktop-Shopper nach wie vor den E-Commerce-Markt dominieren, aber das Wachstum der Desktop-Verkäufe in den USA steigt nur um fünf Punkte. Laut einer Umsatzprognose aus dieser Quelle werden die M-Commerce-Umsätze mit Smartphones im Jahr 2020 um 31,5% wachsen und fast 270 Milliarden Dollar generieren, bis 2022 soll diese Zahl auf 432,24 Milliarden Dollar steigen.

(eMarketer)

Im Jahr 2018 machte der mobile Anteil fast 40% des gesamten E-Commerce-Umsatzes im Einzelhandel in den USA aus

eMarketer, das führende Marktforschungsunternehmen prognostiziert, dass der mobile Handel bis 2021 53,3 % aller E-Commerce-Umsätze im Einzelhandel in den USA ausmachen wird. Im Jahr 2018 waren es 39,6 % des Einzelhandels mobil, und diese Zahl dürfte 2019 auf 44,7 % steigen. Nächstes Jahr prognostiziert eMarketer, dass der mobile Handel nur einen Prozentpunkt unter der Hälfte des US-E-Commerce-Umsatzes im Einzelhandel liegen wird, nur um ihn im folgenden Jahr zu übertreffen.

(Pew Research Center, Mobile Marketer)

Im Jahr 2018 erwirtschaftete Cyber Monday Mobile einen Umsatz von über 2 Milliarden US-Dollar

Im Jahr 2018 stellte das Volumen der mobilen Geräten beim Cyber Monday Shopping Event mit über 2 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord auf. Laut den Statistiken zum mobilen Einkaufen von Adobe machten die Besuche von mobilen Geräten am Cyber Monday im vergangenen Jahr mit 51,4% mehr als die Hälfte des gesamten Website-Verkehrs aus. Dies war das erste Mal in der Geschichte des Cyber Monday.

(Adobe)

Smartphones sind das führende M-Commerce-Gerät für den Einkauf. 2018 nutzten 83% der Mobile-Shopper Shopping-Apps auf dem Smartphone. Die Nutzung der Shopping-Apps ist bei den Tablet-Nutzern ist mit 14% deutliche geringer. Eine Shopping-App wurde bei Wearables nur bei 3% genutzt. Die Gründe dafür, dürften bei der besseren Usability der Apps im Vergleich zu den mobilen Websites liegen.

Smartphone-Nutzer sind auch die aktivsten Online-Käufer. Laut Mobile-Statistik von Kaspersky Cybersecurity Index nutzen 50% der Besitzer von mobilen Geräten ihre Geräte zum Online-Shopping.

(Scandit, Kaspersky Cybersecurity Index)

Das Online-Shopping ist für 43% der Smartphone-Besitzer eine der wichtigsten Online-Aktivitäten. Auch unter den Tablet-Usern gehört das Online-Shopping zu den Top-Online-Aktivitäten. Allerdings nutzen nur 17% Tablet für Online-Shopping. Während sich jedoch die Smartphone-Nutzer als begeisterte Online-Shopper erwiesen, tätigen die Tablet-Nutzer die grösseren Ausgaben. Basierend auf den mobilen E-Commerce-Statistiken von Grow Code liegt der durchschnittliche Bestellwert der Tablet-Nutzer bei 118,02 US-Dollar, während der gleiche Wert für Smartphone-Käufer etwa zehn Dollar niedriger ist (108,99 US-Dollar). Die Quelle wies darauf hin, dass der durchschnittliche Bestellwert für Desktop-Geräte mit 153,31 $ der höchste ist.

Um den durchschnittlichen Bestellwert über mobile Geräte hinweg zu ermitteln haben wir Statista angeschaut: Statista gab uns etwas andere Werte für Online-Bestellungen, bestätigte aber, dass der durchschnittliche Bestellwert (AOV) bei Tablet-Nutzern (87,01 $) höher ist als bei Smartphone-Nutzern (79,33 $).

(Grow Code, Statista)

Die Konversionsraten sind bei Smartphone-Nutzern niedriger als bei Tablet-Nutzern. Der Bericht Retail Shopping Insights von Adobe publizierte eine Statistik über das Einkaufsverhalten im November und Dezember 2018 und die Konversionsraten auf verschiedenen Geräten. Die Ferienzeit des vergangenen Jahres verzeichnete mit rund 5,7% die höchsten Konversionsraten bei den Desktop-Nutzern. Auf die Tablet-Shopper entfielen 8 % der Gesamttraffic und 9 % des Gesamtumsatzes, während die durchschnittliche Konversionsrate bei 5,2 % lag. Schliesslich erwirtschafteten Smartphone-Nutzer 51% des Gesamttraffics und 31 % des Gesamtumsatzes, während die Konversionsraten für Smartphone-Käufer unter 3% lagen. (Adobe)

Im Jahr 2018 stieg die Gesamtzahl der Sitzungen in Shopping-Apps auf 18 Milliarden Stunden. Bei der Recherche nach M-Commerce-Trends und Statistiken stiessen wir auf eine faszinierende Information über mobiles Einkaufen. Gemäss dem Bericht von App Annie's State of Mobile 2019, betrug die Gesamtzeit, die Mobilnutzer in Shopping-Apps verbrachten, 18 Milliarden Stunden im Jahr 2018. Wie die Quelle feststellte, stieg die Gesamtzahl der Sitzungen in Shopping-Apps im Vergleich zu 2016 um 45%. (App Annie)

Eine höhere Bildschirmauflösung führt zu einem um USD 1,18 höheren Bestellwert. Basierend auf den Daten aus dem Bericht Mobile First World von Adobe besteht ein Zusammenhang zwischen einer Bildschirmauflösung und dem Durchschnittswert einer Bestellung. Wie Adobe erläuterte, steigt der Bestellwert um 1,18 US-Dollar pro weitere 10.000 Pixel auf Smartphones. (Adobe Mobile First World)

Eine der grössten mobilen Zahlungsplattformen der Welt ist WeChat Pay. Der Grösste Vorteil von M-Commerce ist die One-Click-Zahlung. WeChat Pay ist eine Plattform, die mobilen Nutzern genau das ermöglicht, und zählt derzeit über 1 Milliarde täglich aktive Nutzer. Allerdings ist diese mobile Zahlungsplattform nach Angaben der Quelle nicht die einzige Plattform dieser Art mit über 1 Milliarde Nutzern. Auch die Nutzerzahl von Samsung Pay und Alipay hat die Milliardengrenze überschritten, während Apple Pay mit 383 Millionen Nutzern hinterherhinkt. (Merchants Savvy)

In der Schweiz geben 27 Prozent der Digital Natives an, ein- bis dreimal pro Monat über ein Mobile Device einzukaufen – das ist ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein deutlicher Zuwachs ist auch bei den Digital Immigrants und den Silver Surfern zu beobachten. 17 Prozent der Digital Immigrants geben sogar an, täglich oder zumindest mehrmals pro Woche eine Transaktion mit ihrem Smartphone zu tätigen. (Futurecom)

Einfluss auf unser Kauf-und Konsumverhalten: 75 Prozent der befragten Smartphonenutzer gaben im Jahr 2018 an, ihr Smartphone mindestens fallweise fürs Online Shopping zu nutzen. 37 % des Schweizer E-Commerce Umsatzes werden über Mobile Commerce abgewickelt. (Statista) Andere Studien gehen von 43 % Mobile-Anteil in der Schweiz aus.

Ob in Form von mobilen Websites oder speziell entwickelten Shopping-Apps wie von Amazon oder Zalando: Mobile Commerce (M-Commerce) wird immer erfolgreicher. So werden voraussichtlich bis 2021 weltweit 6 Billionen USD via Mobile umgesetzt.

Woran liegt es, dass Mobile Commerce bei uns noch nicht da ist, wo er sein könnte? In diesem Punkt ist ein Aspekt einer Bitkom Studie besonders aufschlussreich. So sagten 79 % der von Bitkom Befragten, dass sie an einem mobilen Endgerät häufig Käufe abbrechen. Das sind die Gründe für die Abbrüche:

  • Schlechte Internetverbindung: 49 %
  • Schwierigkeiten beim Bezahlen: 43 %
  • Eine Website, die nicht nutzerfreundlich ist: 42 %
  • Gewünschte Bezahlmöglichkeit war nicht vorhanden: 37 %
  • Technische Probleme der Website: 32 %
  • Fehlendes Vertrauen in den Betreiber: 32 %

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den Ladezeiten von Online-Shops und den erzielten Umsätzen. Aufbauend auf dieser Erkenntnis haben Experten von Adobe jetzt errechnet, wie sich der kommende 5G-Mobilfunkstandard auf den Mobile-Commerce auswirken könnte. Ihren Schätzungen zufolge könnte der Ausbau der Technik alleine in den USA ab 2021 den Umsatz in dem Bereich um 11,8 Milliarden US-Dollar steigern – und zwar jährlich.

Eine weitere Erkenntnis aus der Adobe-Studie: In den Vereinigten Staaten wachsen nur noch die Besuchszahlen per Smartphone. Während dieser Bereich seit Januar 2015 um fast 90 Prozent zulegen konnte, gingen die Zahlen im Desktop- und Tablet-Bereich merklich zurück. Zwar sind Desktop-Besucher bezogen auf den generierten Umsatz noch immer wertvoller, der Abstand schrumpft jedoch zunehmend.

Mobile-Commerce: Smartphone-Besuche werden kürzer

Nach Angaben von Adobe sind Seitenbesuche vom Smartphone aus innerhalb der letzten drei Jahre kürzer geworden. Das Unternehmen sieht das als Indiz dafür, dass Nutzer mittlerweile an eine möglichst effiziente Seitengestaltung gewöhnt sind. Website-Betreiber müssen demnach darauf achten, möglichst alle unnötigen Bedienschritte zu entfernen, wenn sie das Interesse der Besucher nicht frühzeitig verlieren wollen.

M-Commerce Ressourcen, Quellen und Infos

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Topics: Mobile Commerce

Author Marc Gasser

M.Sc. in Wirtschaftsinformatik, hat in Schweden und in Zürich studiert. Fokussiert sich seit mehr als 15 Jahren auf E-Business und E-Commerce Modelle im internationalen Handel. Er ist Gründer und Verwaltungsrat von mehreren Technologie-Unternehmen.

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