Social Media Marketing

Die grosse Übersicht

Soziale Medien gehören seit einigen Jahren fest zum Maketing-Mix jedes Unternehmens - nun gehört es auch im B2B zum Pflichtprogramm.

Inhalt

In den vergangenen 15 Jahren haben soziale Netzwerke die Art, wie wir miteinander kommunizieren und interagieren revolutioniert. Vor allem für junge Menschen haben Plattformen wie Youtube die traditionellen Medien wie Fernsehen oder Radio abgelöst. Daher gehört Präsenz in den sozialen Medien seit einigen Jahren fest zum Maketing-Mix jedes Unternehmens, das direkten Kontakt zu seinen Kunden sucht, aber sich auch im B2B besser aufstellen möchte. Abhängig von Geschäftsmodell und Zielgruppe sollte jeder auf den passenden Kanälen aktiv sein und dort mit seiner potenziellen Kundschaft interagieren. Hier erfahren Sie, welche sozialen Medien Sie für das Marketing Ihrer Firma nutzen sollten und mit welcher Strategie Sie dort sichtbar werden. Denn mit dem richtigen Social Media Marketing machen Sie im Handumdrehen Ihre Kunden zu Ihren Fans.

Wie funktionieren soziale Medien?

Soziale Netzwerke, die ab etwa 2005 mit der Verbreitung von Youtube ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten haben, zeichnen sich vor allem durch die starke inhaltliche Gestaltung durch ihre User aus. Denn bei ihnen handelt es sich um digitale Medien und Methoden, die es den Nutzern ermöglichen, sich zu vernetzen, auszutauschen, Content selbst zu kreieren und zu teilen. So arbeitet Youtube bis heute mit dem Claim „Broadcast yourself“ – Übertrage Dich selbst. Dieser in der Entstehungszeit der ersten Social Media Plattformen revolutionäre Ansatz wird auch als Web 2.0 bezeichnet. Die hohe Interaktionsmöglichkeit ist der signifikante Unterschied zwischen sozialen und klassischen Medien wie etwa Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und dem linearen Fernsehen. Als Kommunikationsmittel werden, je nach Ausrichtung der Social Media Plattform, Texte, Bilder, Audio- oder Videomaterial verwendet. Da der User hier fast mühelos vom Rezipienten zum Produzenten von Inhalten werden kann, gibt es bei den sozialen Medien ein geringeres soziales Gefälle zwischen Sender und Rezipient als in den klassischen Medien. Hier wird der Content nicht von Fachleuten aufbereitet, sondern von Gleichen mit Gleichen geteilt. So verfügen etwa auf Instagram oder Youtube Jugendliche oder junge Erwachsene, die sich eigenständig als Influencer betätigen, häufig über gigantische Communities aus Abonnenten oder Followern.

Welche Anwendungsbereiche für Social Media Marketing gibt es?

Bevor Sie damit beginnen, eigene Kanäle und Online Marketing Kampagnen zu starten, sollten Sie sich zunächst Gedanken darüber machen, mit welcher Strategie Sie dort arbeiten wollen. Soziale Netzwerke kann man natürlich dazu nutzen, um im klassischen Sinne gezielte Werbung für bestimmte Produkte zu machen und diese zu präsentieren. Allerdings ist das nur ein Bruchteil dessen, was Sie in den sozialen Netzwerken im Bereich der Markenbildung und Kundenbindung erreichen können. Mit dem richtigen Aufbau Ihrer Strategie im Online Marketing kann es Ihnen mit wenig Aufwand gelingen, Ihren Markenkern zu stärken und Ihre Bekanntheit weiter auszubauen. Auf solchen Plattformen können Sie ausserdem zu sehr geringen Kosten in einem Umfang mit Ihren Kunden in Kontakt treten, wie es sonst kaum möglich ist. Wenn es Ihnen gelingt, die User sogar zu Fans Ihrer Marke und Produkte zu machen, werden diese durch ihre eigenen Likes und Shares bei ihren eigenen Followern, Freunden und Abonnenten Werbung für Sie und Ihre Marke machen.

Nutzung für Markenbildung und Kundenbindung

Soziale Netzwerke kann man natürlich dazu nutzen, um im klassischen Sinne gezielte Werbung für bestimmte Produkte zu machen und diese zu präsentieren

Welche Strategien kann ich dabei anwenden?

Strategisch gibt es unterschiedliche Ansätze, von denen man auch mehrere gleichzeitig verfolgen kann. Die bekannteste Variante ist dabei das virale Marketing. Dabei setzt man auf eine ungewöhnliche, kreative oder auch hintergründige Nachricht, um auf die eigene Marke oder das Produkt aufmerksam zu machen. Am erfolgreichsten funktioniert hierbei das virale Video. Mit einer über Ihre Marke herausreichende Botschaft bringen Sie dabei Ihr Video dazu, Trends zu setzen, und lenken erst in einem zweiten Schritt auf Ihre Marke.

Gelungene Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind etwa die verschiedenen Kampagnen von EDEKA mit dem Musikvideo zu „Supergeil“ oder die Weihnachtswerbung mit dem Vater, der seine erwachsenen Kinder nur durch das Vortäuschen seines eigenen Todes unter dem heimischen Christbaum vereinen kann. Die Firma Gilette erreichte sogar internationale Aufmerksamkeit in einem viralen Spot, in dem sie das aktuelle Thema der toxischen Maskulinität aufgreift und seine männlichen Käufer dazu animiert, das Beste zu sein, was ein Mann sein kann.

Ganz anders wiederum funktioniert das Influencer-Marketing. Dies lässt sich besonders sinnvoll einsetzen, wenn Sie neue Märkte erschliessen wollen. Dabei handelt es sich um eine Person, die auf einer oder mehreren Plattformen über eine grosse eigene Community verfügt, und für Sie als Multiplikator dienen kann. Im Rahmen einer Kooperation oder eines Sponsored Posts etwa präsentiert dabei der Youtuber oder Instagramer seinen Followern Ihr Produkt. Somit erreichen Sie einen grossen Kreis möglicher neuer Interessenten, den Sie bisher vielleicht gar nicht direkt erreichen konnten. Bei dieser Form des Social Commerce wird der Multiplikator zum Testimonial Ihrer Marke.

Ein weiterer strategischer Ansatz kann sein, eine eigene Community aufzubauen, indem Sie Ihre Kanäle etwa mit einem Blog oder Forum verbinden. Dabei lohnt es sich, einen inhaltlichen Mehrwert für den User zu generieren, der über Ihre eigentlichen werblichen Zwecke hinausgeht. Wie der aussehen kann, hängt von Ihrem Produkt ab. Sie produzieren Lebensmittel? Dann wäre es sinnvoll, Rezepte zu präsentieren, die Ihre Waren enthalten. Der Firma Hengstenberg ist es etwa durch eine breit angelegte Kampagne mit Rezeptvideos gelungen, zu vermitteln, dass auch ihre eher traditionellen Produkte wie Sauerkraut Platz in hippen Gerichten wie Wraps und Barbecues finden. Bei Mode zum Beispiel bieten sich Styling Tipps und Modetrends als Themenfelder an. Der Versandhändler Otto beispielsweise arbeitet seit einiger Zeit mit dem Modeblog Soulfully, der sich bewusst mit Mode in Übergrössen auseinandersetzt.

Auch im B2B können Sie einen Expertenstatus aufbauen und darüber Ihre Kundschaft erreichen

Informieren Sie andere Betriebe über aktuelle Entwicklungen auf dem Markt, die diese direkt betreffen. Was bedeutet etwa der Brexit für den Handel? Wie kann man durch den Einsatz nachhaltiger Materialien oder Ökostrom nicht nur den Klimawandel bekämpfen, sondern auch Kundschaft akquirieren, die genau diesen Anspruch an Partner und Lieferanten stellen? Mit regelmässigen Formaten wie Podcasts oder Videos mit Branchenexperten binden Sie so Ihre Follower auch an Ihren restlichen Content. Andere strategische Ansätze können auch die Optimization als auch das Monitoring sein. Bei der Optimization verbessern Sie durch Ihre Aktivitäten in den sozialen Medien die Auffindbarkeit der Inhalte auf Ihrer eigenen Website. Das Monitoring dient der Analyse der eigenen Kampagne. Durch die umfangreichen Analysetools der Netzwerke können Sie relativ mühelos feststellen, wie Ihre Marketingmassnahmen aufgenommen werden, die Menschen erreichen und von ihnen rezipiert werden.

Wie erreiche ich welche Zielgruppe?

Genau wie über die Strategie sollten man sich vor Start seiner Präsenz in den sozialen Medien Gedanken darüber machen, wen man erreichen möchte, welche Inhalte transportiert werden sollen und über welchen Kanal das am sinnvollsten ist. Hier folgt eine Übersicht der gängigsten Kanäle:

Facebook

Mit über zwei Milliarden Nutzern weltweit ist es das grösste soziale Netzwerk und hat die meisten regelmässigen Nutzer. Allein durch die enorme Reichweite ist es als Werbeplattform sehr attraktiv.

Eine eigene Seite dort ist für Unternehmen inzwischen absoluter Standard. Da hier Texte, Bilder und Videos geteilt werden können, ist es vielseitig einsetzbar. Doch hier gilt es zu beachten: Die Community altert. Während Sie Millenials und inzwischen auch immer mehr Babyboomer über die Plattform erreichen, haben viele jüngere Internetnutzer oft keinen eigenen Account mehr.

Instagram

Den enormen Erfolg und seine inzwischen mehr als eine Milliarden Nutzer verdankt diese Plattform seiner visuellen Ausrichtung. Hier geht es hauptsächlich um ästhetische Fotos, die in einer relativ schlichten Seitenmaske präsentiert werden. Es bietet sich daher besonders für Firmen mit grossen Schauwerten an und kann mit Facebook verbunden werden.

Twitter

Als Kurznachrichtendienst funktioniert Twitter bis heute im Regelfall über Text, wobei ein einzelner Post, also ein Tweet, 280 Zeichen nicht überschreiten darf. Besonders attraktiv macht den Microblogging-Dienst, dass er über wesentlich mehr passive als aktive User verfügt. Die Anzahl der Nutzer, die selbst postet, ist in der Minderheit, also reden wenige und viele hören zu. Auch erreichen Twitter-Posts oft ein höheres Google-Ranking als feststehende Websites. Ausserdem ist die Plattform nicht nur bei amerikanischen Präsidenten, sondern auch bei Journalisten sehr beliebt, die über diesen Weg gut erreicht werden können.

LinkedIn

Mit etwa einer halbe Millionen Nutzern weltweit ist LinkedIn das grösste Karrierenetzwerk weltweit. Sollten Sie vor allem Business Professionals ansprechen oder sich im B2B-Bereich platzieren wollen, ist LinkedIn das Netzwerk der Wahl und kann von Ihnen ausserdem zum Recruiting genutzt werden.

Youtube

Mit seinem Start 2005 ist Youtube die älteste, noch immer erfolgreiche Plattform. Mit 1,9 Milliarden Nutzern ist es einer der Riesen im Bereich der sozialen Medien. Youtube ist die am zweithäufigsten genutzte Suchmaschine weltweit und die am dritthäufigsten besuchte Internetseite überhaupt. Gerade bei den unter 30-jährigen wird Youtube häufiger genutzt als etwa das lineare Fernsehen. Ein guter Youtube-Auftritt lohnt sich daher für praktisch jede Firma, die mit Videos arbeiten möchte. Klassische Werbung findet hier ihren Platz, aber auch Imagefilme, ein Blick hinter die Kulissen des Betriebes oder anderer Unique-Content. Durch die Kommentarfunktion treten Sie mit Ihren Videos in den gleichen direkten Kontakt mit Ihrer Community.

TikTok

Vor allem Jugendliche nutzen diese App. Hier kann man kurze Videoclips erstellen, selbst schneiden, bearbeiten und teilen. Häufige Inhalte sind Karaoke- und Tanzvideos, aber auch kurze Sketche. Doch auch immer mehr Betriebe und Sender entdecken die Plattform für sich. Seit Kurzen ist zum Beispiel die Tagesschau, die altehrwürdige Institution der ARD, dort vertreten.

Gibt es besondere Tipps und Tricks?

Nicht jeder Content eignet sich für jede Plattform und nicht jedes Netzwerk eignet sich für jedes Unternehmen. Vor Kurzem hat sich die CSU mit ihrem pseudojugendlichen Youtubeformat „CSYou“ dem Spott der User ausgesetzt. Überlegen Sie sich also zunächst, welche Kanäle Sie wie bespielen wollen. Hippe, spassige Videos funktionieren auf TikTok sicherlich besser als auf LinkedIn.

  • Seien Sie nicht langweilig. User erwarten einen Mehrwert, wenn Sie Ihnen folgen. Planen Sie interaktive Formate wie Abstimmungen oder Gewinnspiele, die Ihre Follower in eine aktive Interaktion mit Ihnen bringen.
  • Pflegen Sie Ihre Community und treten Sie mit ihr in Kontakt. Lassen Sie Kommentatoren nicht zu lange auf eine Reaktion warten oder kommentieren Sie selbst mit. Liken Sie aktiv Inhalte und Posts Ihrer Follower und beantworten Sie Nachrichten im Messenger zeitnah. Lassen Sie Ihre Fans nicht allein.
  • Planen Sie ein Budget ein. Auch wenn sozialen Medien weitestgehend kostenfrei und daher ein sehr günstiges Marketingtool ist, sollten Sie Gelder bereitstellen, mit denen Sie die Reichweite Ihrer Posts erhöhen können. Häufig werden Ihre Beiträge nur einem Bruchteil Ihrer Follower in deren Newsfeeds angezeigt. Je mehr diese die Posts liken und teilen, desto höher steigt zwar die natürliche Reichweite, doch besonders effizient ist die künstliche Steigerung durch die Finanzierung der Beiträge.
  • Behalten Sie Ihre Konkurrenz im Blick. Wie Sie in diesem Beitrag gesehen haben, lohnt es sich, die Strategien anderer Firmen in den Sozialen Netzwerken nicht aus den Augen zu verlieren. So können Sie beobachten, welche Taktiken gut aufgehen und welche nicht funktionieren.
  • Evaluieren Sie Ihre Ergebnisse. Nutzen Sie die Analyse-Tools, die Plattformen anbieten, um Ihre Performance zu verbessern. Schon nach kurzer Zeit können Sie darüber feststellen, welche Art von Posts gut funktioniert und hohe Reichweite erlangen können.
  • Legen Sie Kommunikationsrichtlinien fest. Vor allem, wenn sich mehrere Mitarbeiter um die verschiedenen Accounts kümmern, ist das von grosser Bedeutung. Werden die User gesiezt oder geduzt? Ist der Kommunikationston seriös und verbindlich oder darf er auch ironisch sein? Haben die Posts einen bestimmten Aufbau oder eine festgelegte Frequenz? Mit einem Redaktionsplan können Sie festhalten, welche Inhalte wann gepostet werden sollen. So verhindern Sie Doppelungen und sorgen gleichzeitig dafür, dass nichts vergessen wird.
  • Seien Sie auf Kritik und Krisen gewappnet. Konstruktiver Kritik sollte man sich immer stellen und den Usern spiegeln, dass man Sie und Ihre Meinung wertschätzt. So können kreative Auseinandersetzungen entstehen. Allerdings sind auch viele Trolle im Internet unterwegs, also Nutzer, die ausschliesslich negative Kommentare hinterlassen. Versuchen Sie, sachlich zu bleiben. Mit Trollen kann man nicht diskutieren und bei einem Shitstorm gibt es nur Verlierer. Wenn die Kommentare eskalieren, können Sie diese löschen oder die Kommentarfunktion ausschalten. Dies sollte allerdings immer die letzte Option bleiben.

Sie wissen nicht wie starten?

Vielleicht können wir helfen, kontaktieren Sie uns